Sie sind hier: AFS-Komitee Wiesbaden-Mainz > Das Komitee > Pressespiegel > Wiesbadener Tagblatt 10.01.2009

Deutschland im Herzen

Ehemaliger US-Gastschüler kann sich eine Zukunft hier vorstellen

"Deutschland ist meine große Leidenschaft." Der junge Mann, der dieses Kompliment ausspricht, heißt Lucas Felak. Er stammt aus Ephrata, einem kleinen Dorf im County Lancaster im US-Bundesstaat Pennsylvania. Nachdem er 2006/2007 ein Jahr als Gastschüler in einer Idsteiner Familie verbracht hatte, frischte er jetzt mit seinem Besuch die engen Beziehungen zu Idstein auf.

Lucas hat einen Bruder und zwei Schwestern. Die ältere der Schwestern war zuvor schon einmal mit der Austauschorganisation AFS (American Field Service) in Deutschland. "Sie hat hier gute Erfahrungen gemacht", berichtet der 19-Jährige und entschloss sich, ihrem Vorbild zu folgen. Das war im Jahr 2006. In Idstein fand er eine warmherzige Aufnahme in der Gastgeber-Familie Styles. Am Idsteiner Pestalozzi-Gymnasium erhielt er einen guten Einblick ins deutsche Schulsystem und verbesserte natürlich auch seine deutschen Sprachkenntnisse. "Er hat nicht nur prima Deutsch gelernt, auch ein wenig hessisch kann er sprechen", schmunzelt Anita Styles.

In Idstein und der Region hat er sich sofort ausgesprochen wohl gefühlt. "Ich habe in dem einen Jahr unendlich viele Erfahrungen gemacht und neue Freunde gefunden", blickt Lucas zufrieden zurück. Natürlich war anfangs das Leben in Deutschland ganz anders, als er es von zu Hause gewohnt war. Mit seinen Gastbrüdern diskutierte er oft über sein Leben in seiner Heimat und die untersichtlichen Sichtweisen - auf diese Weise haben alle im Laufe der Zeit Vorurteile und Klischees abbauen können.

"Ich habe in Idstein ein zweites Zuhause gefunden", sagt er. Idstein sei ein Teil seines Herzens geworden. Besonders gefallen habe ihm, wie hier Heiligabend gefeiert wird - und so entschloss er sich, Weihnachten 2008 in Deutschland bei seiner Gastfamilie zu verbringen. Natürlich war die Wiedersehensfreude groß. Lucas studiert mittlerweile Wirtschaftsingenieurwesen in Pittsburgh, aber er kann sich sehr gut vorstellen, einmal in Deutschland zu arbeiten.

"Luc war wirklich ein Teil unserer Familie", versichert Anita Styles. "Für alle in der Familie war er eine Bereicherung, er brachte frischen Wind in den Alltag." Ähnlich gute Erfahrungen hatte Familie Styles auch schon mit einem Gastschüler aus Thailand. "Mit einem Gastkind erlebt man eine andere Kultur hautnah. Die jungen Menschen sind viel mehr als ein Gast, sie sind ein neues Familienmitglied auf Zeit, aber eigentlich bleiben sie es auch nach dem Gastjahr, ich denke, sie bleiben es für immer." Nicht selten ergeben sich daraus viele neue internationale Beziehungen und Freundschaften.

"AFS Interkulturelle Begegnungen" ist ein Verein, der seit vielen Jahren die Völkerverständigung voranbringt. In rund 60 Ländern ist die Organisation aktiv. Mehr als 120 000 Ehrenamtliche, meist ehemalige Programmteilnehmer, engagieren sich weltweit für die Idee. In Deutschland sind es über 3000 Ehrenamtliche, die in rund einhundert lokalen Komitees Gastfamilien und -schülern mit ihren Erfahrungen zur Seite stehen. Die deutsche Jugendaustauschorganisation arbeitet gemeinnützig und ist Träger der freien Jugendhilfe. Zum neuen Schuljahr im Herbst werden mehr als 500 Schüler aus der ganzen Welt nach Deutschland kommen. Im Internet gibt es Informationen unter www.afs.de.